GKN: Sicherheit geht vor – auch bei Autoersatzteilen

Der Sicherheit ist erste Priorität einzuräumen, wenn es um den Einbau eines Ersatzteils in ein Fahrzeug geht. Dies trifft für Antriebswellen ebenso zu wie für Bremse und Lenkung. Falsche Ausführungen oder Nachbauten von verwendeten Komponenten einer Antriebswelle können nicht nur zu vorzeitigem Ausfall führen, sondern auch zu Unfällen, im schlimmsten Fall mit Personenschäden.

Der Antriebswelle wird im Werkstatt-Alltag häufig nicht die Aufmerksamkeit zuteil, die sie als sicherheitsrelevantes Bauteil im Fahrzeug bekommen sollte. Antriebswellen oder Gleichlaufgelenke zählen nicht zu den klassischen Verschleißteilen und werden daher nicht allzu häufig gewechselt. Dabei steckt in diesem Bauteil, insbesondere in den rad- und getriebeseitigen Gelenken, eine über viele Jahrzehnte vom OE-Lieferanten entwickelte Technik. Sie findet ihre Anwendung in unterschiedlichen Gelenktypen für unterschiedliche Fahrzeugmodelle, ist von außen allerdings nicht unbedingt zu erkennen. Beim Einbau in das Fahrzeug jedoch ist die Gelenkspezifikation zu beachten und eine Antriebswelle mit Gelenken desselben Typs zu verwenden, die herstellerseitig im Fahrzeug verbaut waren. Das meist unsichtbare spezifische Design der inneren Funktionsteile eines Gelenkes ist entscheidend für die Lebensdauer und für die Sicherheit im Fahrbetrieb.

Mangelhafte Kenntnis der unterschiedlichen Gelenktypen und ihrer Funktion führt dazu, dass Antriebswellen oder Gelenke nachgebaut und häufig zu Billigpreisen in den Ersatzmarkt gebracht werden. Oft mit dem Argument, dass die Welle in einem mehrere Jahre alten Fahrzeug nicht mehr denselben Anforderungen hinsichtlich ihrer Laufleistung ausgesetzt ist wie in einem Neufahrzeug. Eine gefährliche Ansicht, wird dabei doch die Sicherheit außer Acht gelassen. Eine Erfahrung, die von GKN, dem Konstrukteur und Hersteller von mehr als 40% der weltweit in die Fahrzeug-Erstausrüstung gelieferten Antriebswellen, immer wieder gemacht wird. Unzureichendes Wissen, z.B. über das zu übertragende Drehmoment, Fehler im Härtungsprozess und die Verwendung von minderwertigem Stahl spielen dabei eine Rolle. GKN fertigt Antriebswellen ausschließlich nach den Spezifikationen der Fahrzeughersteller und testet die eigenen Erzeugnisse in seinen Produktionswerken und Entwicklungszentren nach festgelegten, strengen Prüfkriterien. Es werden nur Produkte in den Markt gebracht, die höchsten Qualitätsstandards entsprechen.

Darüber hinaus untersucht und testet GKN von Zeit zu Zeit Mitbewerber-Produkte nach denselben Standards. Die Resultate erbringen zum Teil erschreckende Erkenntnisse hinsichtlich der Produktqualität und Einsatzbereiche und damit verbunden der Fahrzeugsicherheit. Zu den sichtbaren und durch Tests erkennbaren Mängeln gehören Verschleißspuren in den Kugellaufbahnen der Gelenke, schräg aufgepresste ABS-Ringe, Verformungen der äußeren Gelenkteile sowie extreme Spielpassung von Zwischenwelle und Kugelnabe.

Weitere Ergebnisse dieser Produkttests sind Fehler im äußerst wichtigen Härtungsprozess des Stahls oder die Verwendung von minderwertigem Stahl. Beachtet man z.B. den Härtungsvorgang während der Produktion nicht, spielt man bereits mit der Sicherheit des Kunden. Offensichtlich falsche Kenntnisse über das zu übertragende Drehmoment sowie der Einsatz von Gelenken mit maximalen Beugewinkeln, die nicht denen der OE-Gelenke entsprechen, sind ebenfalls zu beobachten. Ein AC-Gelenk (angle contact) zum Beispiel kann einen Beugewinkel von 47° erreichen. Dieser Gelenktyp ist konstruktiv über 20 Jahre alt. Annähernd so alt sollten die Fahrzeuge sein, in die er noch eingebaut wird. Das neuere UF-Gelenk (undercut free) ermöglicht einen Beugewinkel von 50° und folgt den technischen Vorgaben der Fahrzeughersteller. Allerdings können die meisten Lieferanten, die im Bereich Antriebswellen nicht mit den Fahrzeugherstellern zusammenarbeiten, also keine Erstausrüster sind, aufgrund begrenzter Möglichkeiten nur ein AC- oder eine noch ältere Generation der RF-Gelenke (Rzeppa Festgelenk) fertigen.

Die Unterschiede sind für den Anwender nicht sichtbar, für die Fahrzeugsicherheit jedoch von entscheidender Bedeutung. Der eingeschränkte Wendekreis durch die geringeren Beugewinkel des RF- oder AC-Gelenkes gegenüber dem Originalgelenk stellt bereits eine Beeinträchtigung beim Fahren dar. Gravierender jedoch ist die entstehende hohe Belastung des Kugelkäfigs im Gelenk. Sie kann zu einem Totalausfall mit Risiken für die Sicherheit der Fahrzeuginsassen führen. Die schlimmsten Folgen mangelnder Produktqualität sind der Abriss einer Profilwelle oder ein von der Profilwelle abgerissenes Gelenk. Unter dem Aspekt der Fahrzeugsicherheit sind solche Schäden mit dem Ausfall der Bremse oder der Lenkung vergleichbar. Bricht eine Welle bei Prüfungen unter halbierten OEM-Anforderungen in einem kritischen Bereich, der Reibschweißstelle, lässt dies ebenfalls auf ungenügende Fertigungsqualität schließen. Der restliche Teil der Profilwelle wirkt im Ernstfall wie ein Propeller im Fahrzeug und zerstört das für die Kontrolle des Fahrzeugs notwendige System: die Lenkung.

Sichere Fahrzeuge erfordern zuverlässige Komponenten

Mit jeder Fahrzeug-Generation steigen die Anforderungen an die für einen guten und sicheren Fahrbetrieb entscheidenden Komponenten. Dies betrifft auch die Antriebswellen. Zu übertragende Drehmomente von 300 Nm sind mittlerweile ein Durchschnittswert. Entscheidend für den Ersatzmarkt ist nicht die finale Lebensdauer einer Antriebswelle oder eines Gelenkes. Es ist die Sicherheit des eingebauten Produktes und damit die Ihrer Kunden. Nur wer die Anforderungen der Fahrzeughersteller kennt, die Prozesse beherrscht und die Bereitschaft mitbringt, notwendige Investitionen zu tätigen, kann eine sichere Antriebswelle liefern.

Mit Billigteilen ist dies nicht zu gewährleisten. Dabei ist nicht entscheidend, wo das Teil gefertigt wird, sondern wer es herstellt oder aufarbeitet. Neue Technologien in der Antriebstechnik, z.B. das SX-Gelenk „Countertrack™“ aus dem Haus GKN, werden in der Erstausrüstung bereits eingesetzt. Sie stehen vor der Tür des Ersatzteilmarktes und werden die Anforderungen zukünftig noch unterstreichen. GKN wird damit in den nächsten Jahren der einzige OE-Lieferant sein, der die neue Gelenkwellengeneration auch in den Reparaturmarkt liefern kann.

Sicherheitstipps für die Werkstatt:

  • Bauen Sie nur Antriebswellen oder Gelenke des gleichen Gelenktyps wie das Originalteil ein.
  • Verwenden Sie Markenprodukte des Erstausrüsters von Antriebswellen (z.B. GKN/SPIDAN oder GKN/LÖBRO).
  • Beachten Sie die Einbauhinweise des Herstellers.
  • Prüfen Sie beim Tausch einer Gelenkmanschette, ob das Gelenk beschädigt ist. Tauschen Sie es im Zweifel ebenfalls aus.
  • Verwenden Sie stets neue Zubehörteile (Manschetten, Fett, Schrauben und Sicherungsringe) , z.B. von GKN/SPIDAN, GKN/LÖBRO.
  • Verwenden Sie geeignetes Montagewerkzeug.

Über GKN
GKN ist der weltweit führende Lieferant von Komponenten und Systemen der Antriebstechnik. Unsere Marktposition beruht auf einer langen technologischen Tradition. GKN Service International liefert Original-GKN-Teile für den weltweiten Ersatzbedarf. Unter den Markennamen Spidan und Löbro bieten wir das umfassendste Programm an PKW-Seitenwellen, Längswellen, Gelenksätzen, Manschettensätzen sowie weiteren Fahrzeugteilen über Großhändler und lokale Teilehändler an.

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V.i.S.d.P.: Manfred Neumann / Marketing Director Aftermarket Distribution